Faire Promotion statt später Orientierungskrise: Reform der Promotionskriterien im Niveau Inférieur des ESG

In den Klassen 7G und 6G des Enseignement secondaire général ist Sitzenbleiben heute nur unter sehr hohen Hürden möglich. Selbst Schüler mit mehreren Noten unter 30 werden oft weiterpromoviert; kritisch wird es meist erst bei mehreren sehr schwachen Noten unter 20 in zentralen Fächern. In der Praxis werden dadurch viele Schüler trotz grundlegender Defizite bis in die 5G mitgeschleppt. Dort zeigen sich die angesammelten Lücken dann umso deutlicher, genau in dem Moment, in dem wichtige Entscheidungen über den weiteren Bildungsweg getroffen werden.

Die Jonk Demokraten fordern deshalb eine Reform der Promotionskriterien im Niveau Inférieur des ESG. Die Promotion darf nicht automatisch erfolgen, sondern muss stärker an die tatsächlichen Kompetenzen der Schüler gebunden werden. Wer in mehreren zentralen Fächern erhebliche Defizite aufweist, muss früher klare Rückmeldungen, verpflichtende Nachhilfe und gegebenenfalls auch die Möglichkeit einer Wiederholung erhalten.

Das aktuelle System schwächt das Leistungsprinzip. Schüler und Eltern erhalten zu spät ein realistisches Bild über den tatsächlichen Leistungsstand, während grundlegende Kompetenzen in Sprachen und Mathematik nicht ausreichend abgesichert werden. Dadurch wird die 5G zunehmend zur Auffangklasse für Probleme, die bereits in 7G und 6G hätten erkannt und gelöst werden müssen. Besonders benachteiligt werden dabei Schüler, die zu Hause keine ausreichende Unterstützung erhalten: Ohne klare schulische Konsequenzen werden ihre Schwierigkeiten oft weiter verschleppt, während andere Familien Defizite privat auffangen können.

Zudem führt diese späte Orientierung dazu, dass vielen Schülern am Ende der 5G nur noch eingeschränkte Wahlmöglichkeiten bleiben. Häufig bleibt dann vor allem der Weg in eine Lehre, etwa über DAP oder CCP. Dadurch wird die Berufsbildung indirekt abgewertet, obwohl das Handwerk ein anspruchsvoller, gleichwertiger und für Luxemburg unverzichtbarer Bildungsweg ist.

Eine Reform der Promotionskriterien bedeutet daher nicht, Schüler zu bestrafen. Sie bedeutet, Leistung ernst zu nehmen, Schwierigkeiten früher zu erkennen und Schüler ehrlicher zu orientieren. Ziel ist eine Schule, die fördert, aber nicht mitschleppt.

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